Interne Nachfolge gerade in Kleinen und Mittleren Unternehmen ist kein Nischenthema – sie ist ein Standortfaktor. Am Montag habe ich bei einem Austausch in der @buergschaftsbankberlin die politische Perspektive zur Frage eingebracht: Wie gelingt es uns, die nächste Generation von Fach- und Führungskräften im eigenen Unternehmen zu halten und stärken?
Meine Kernpunkte in der Diskussion:
1. Wir brauchen eine echte Nachfolgekultur.
Viele Unternehmen wollen intern übergeben – aber tun sich schwer, Talente im eigenen Haus zu identifizieren, zu entwickeln und zu halten. Dafür braucht es: klare Kompetenzprofile, Weiterbildungsangebote, echte Entwicklungspfade. Und einen Kulturwandel, der Vielfalt in Führungspositionen ermöglicht.
2. Politisch geht es um Rahmenbedingungen – nicht um Symbolpolitik. Beratungsangebote wie die Nachfolgezentrale sind wichtig, aber sie reichen nicht aus. Wir brauchen:
-gezielte Qualifizierung und Coachingprogramme,
-Zugang zu Finanzierung für interne Übernehmer:innen,
-modernere Eigentums- und Beteiligungsmodelle,
-und eine Arbeits- und Einwanderungspolitik, die Fachkräfte langfristig bindet.
3. Interne Nachfolge ist auch Wirtschaftssicherung. Gerade im Mittelstand entscheidet sie über Resilienz, Beschäftigung und Innovationskraft. Wenn Unternehmen Nachfolge verlieren, verlieren wir Wertschöpfung – ganze Kieze und Branchen spüren das.
4. Und: Diversität ist ein unterschätzter Hebel.
Unternehmen, die vielfältige Teams früh einbinden, finden häufiger interne Nachfolger:innen. Das deckt sich mit meinen Schwerpunkten aus Industriepolitik und Antidiskriminierung: Chancengleichheit ist eben auch ein wirtschaftlicher Vorteil.
Die Veranstaltung hat gezeigt: Wenn wir interne Talente ernst nehmen, stärken wir nicht nur Unternehmen – sondern Berlin als Innovations- und Wirtschaftsstandort.
Danke an die Berliner Wirtschaftsgespräche und die Nachfolgezentrale für die Organisation und Ausrichtung dieser wichtigen Veranstaltung!