Alle stürzen sich auf den einen Satz von Merz. Alle reagieren, kritisieren, fordern Distanzierung. Aber indem wir immer wieder auf den Satz anspringen, haben wir ihn längst angenommen. Genau DAS ist das Problem.
Wir reden über Worte – statt über die Strategie dahinter.
Rassistische Codes wie „Stadtbild“ sind kein Ausrutscher. Sie sind ein Werkzeug:
-um uns zu Triggern
-um uns in die Defensive zu zwingen
-um Macht zu sichern, indem sie uns gegeneinander ausspielen
Toni Morrison hat es vor Jahrzehnten erklärt: Rassismus lenkt ab. Er hält uns beschäftigt damit, unsere Existenz zu rechtfertigen – statt unsere Macht zu gestalten.
Und genau damit brechen wir jetzt.
Wir wissen:
Ohne uns kein Wiederaufbau.
Ohne uns keine Wirtschaft.
Ohne uns kein Berlin.
Wir sind sichtbar. Wir sind viele. Wir sind Teil dieses Landes.
Die Frage ist längst nicht mehr, ob wir dazugehören. Die Frage ist: Wer hat Angst davor, dass wir es tun?