Der 21. März ist der Internationale Tag gegen Rassismus. Nächste Woche Montag jährt sich dieser wieder und wieder erinnern wir daran: wie alltäglich Rassismus ist, in welcher Regelmäßigkeit er beabsichtigt und auch unbeabsichtigt passiert, wie sehr er institutionalisiert und in unseren (Denk-)Strukturen verankert ist.
Als vor ein paar Wochen eine junge, traumatisierte Frau unter Tränen von einem rassistischen Übergriff gleich mehrerer Menschen gegen sie berichtete, stockte vielen der Atem. In aller Öffentlichkeit ohne jeden schützenden Eingriff, war die junge Frau einer Gewalt ausgesetzt, der unvorstellbar und längst überwunden schien. Eine Welle der Solidaität und Empathie brach sich Bahn.
Rassismus ist nicht erst, wenn jemand körperliche Gewalt erlebt. Rassismus ist, wenn eine Bürgermeisterin von weißen
Geflüchteten sagt, sie fragten nach Arbeit nicht nach Sozialleistungen, während sie migrantischen Communitys ein paar Wochen vorher bar jedes Nachweises pauschal Impfverweigerung unterstellt. Rassismus ist auch, wenn eine Ministerpräsidentin die Fluchtursache Krieg entsprechend des Herkunftslands qualifiziert, damit den Ukrainekrieg zu einer legalen Fluchtursache macht, den Syrienkrieg nicht. Rassismus ist, wenn Menschen auf der Flucht an ein und derselben Grenze entweder erfrieren/Gewalt erleben müssen oder einfach passieren dürfen, je nach Ethnisierung/Rassifizierung. Rassismus ist auch, wenn (muslimische) Kinder bezichtigt werden, konfrontativ ihre Religion zu bekunden (sic), während zeitgleich in Moscheen geschossen, gebrandschatzt wird. Rassismus ist, definieren zu wollen, wann von Rassismus betroffene Menschen verletzt sein dürfen, wann nicht… Rassismus ist das Ausüben von Macht zulasten marginalisierter Menschen – bewusst oder unbewusst,
Deshalb gilt am Montag und jeden Tag: gegen jede gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, gegen jeden Rassismus!
Danke zusammen gegen rassismus, dem Bündnis aus 35 Initiativen aus Gesundbrunnen, Wedding und Moabit, die seit Montag zahlreiche Aufklärungsangebote zum Thema anbieten und damit hunderte Menschen erreichen, sie sensibilisieren und eine Gemeinschaft gegen Menschenhass schaffen.