Dass meine erste Kunstausstellung, mein erstes Konzert nach bzw. in Zeiten der Pandemie in einer Kirche stafffinden würde, hätte ich mir nicht ausgemalt.
Die Madonnen-Ausstellung „Upgrading Maria 2021“ der Künstler:innengruppe Stella Maris in der Stephanuskirche im Soldiner Kiez war aber wirklich ein großartiges Erlebnis und hat meiner kulturhungrigen Seele unglaublich gut getan. Und so erging es nicht nur mir.
In der Ausstellung befassen sich die Künstler:innen mit der Frage, „inwieweit die Madonna heute in einer stark säkularisierten Welt noch als wirkmächtiges Bildnis dargestellt werden kann.“ Herausgekommen sind dabei „zeitgemäße Ausdrucksformen im Spannungsfeld zwischen gelebtem Glauben und postreligiöser Weltanschauung. Dabei entstehen weltliche Madonnen ebenso wie neue Ikonen, die zur Andacht einladen.“ Unglaublich spannend.
Kunst und Kultur gehört ganz selbstverständlich in den Gesundbrunnen und lebt – trotz der vielen Einbußen und Herausforderungen – gerade auch in Zeiten der Pandemie. Dass Kultur auch systemrelevant ist, wurde spätestens in diesen Zeiten umso deutlicher. Die prekären Verhältnisse, in die Kulturschaffende (weiter) gedrängt werden, sind unerträglich. Nach der Vernissage und dem längeren Austausch mit Künstler:innen und Kulturschaffenden in den späten Abend hinein wurde mir schmerzlich bewusst, wie sehr es mich dürstete. Ich will in jedem Fall für den Erhalt des Gesundbrunnen als Kulturstandort kämpfen und progressive und freie Orte der Kunst weiter ermöglichen. Das schulden wir der Kunst, den Kunstschaffenden und uns selbst.