Das Jahresende ist auch die Zeit, in der wir im Soldiner Kiez auch Abschied nehmen von unserem geliebten Müll Museum, dem einzigen Müll Museum in ganz Berlin.
Über Jahre war dieser Ort mitten im Kiez weit mehr als eine Ausstellung. Er war ein Raum für junge Menschen, für Nachbarschaft, für Kunst, Bildung – und für ganz konkrete politische Fragen. Müll ist eines der drängendsten Probleme im Wedding und in Gesundbrunnen. Kaum ein Thema beschäftigt die Anwohner:innen so sehr wie Vermüllung, Sauberkeit und der Umgang mit öffentlichem Raum.
Genau deshalb war das Müllmuseum auch ein Ort des Gesprächs. Hier haben wir gemeinsam den ersten Müllgipfel des Bezirks veranstaltet – mit Nachbar:innen, Initiativen und Verwaltung. Nicht über die Menschen hinweg, sondern mit ihnen. Um Probleme sichtbar zu machen, Erfahrungen zu teilen und gemeinsam nach Lösungen zu suchen, wie unser Kiez lebenswerter werden kann.
Dass dieser Ort das leisten konnte, ist vor allem das Verdienst von Lena Reich, Susanne Schultze-Jungheim und all der Engagierten, die hier mit Haltung, Ausdauer und Herz gearbeitet haben. Sie haben Räume geöffnet, Menschen zusammengebracht und Beteiligung möglich gemacht.
Ohne Menschen wie euch wäre dieser Kiez ärmer. Und ohne das Müllmuseum fehlt jetzt ein wichtiger Ort. Der Abschied war geplant: Der Mietvertrag für die Räume in der Stephanuskirche läuft aus, und die Kirche sowie das Gemeindehaus werden nun saniert und bald neu genutzt, weshalb der Standort nicht weiter für das Museum zur Verfügung stehen kann – eine wichtige Investition in den Erhalt des Gebäudes, das lange vom Verfall bedroht war.
Und doch ist es ein trauriger Moment. Uns bleibt die gemeinsame Erfahrung, wie viel möglich ist, wenn Engagement, Kultur und Politik im Kiez zusammenkommen.
Danke euch für die Arbeit. Der Soldiner Kiez verdankt euch viel.